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Oshkosh-“Been there, done it, bought the T-Shirt”

Gemeinsam mit meinem langjährigen Freund, Holger Baier, erfüllte ich mir in diesem Jahr den Traum, einmal im Leben beim größten Fliegertreffen der Welt dabei zu sein.

Hier mein Bericht:

 

 

Nach 3 aufregenden und nahezu schlaflosen Tagen und Nächten in New York, waren wir am 26.07.01 gegen Mittag am Ausgangspunkt für unser eigentliches Reiseziel angekommen. Dem Midway-airport in Chicago. Von hier soll es mit dem Mietwagen und unserer Campingausrüstung zum größten Fliegertreffen der Welt gehen. Einmal im Jahr,  in der letzten Juliwoche findet in Oshkosh Wisconsin das EAA(Experimental Aircraft Association) Air venture statt. Die außerhalb dieser Zeit recht verträumte Kleinstadt liegt etwa 100 km nordwestlich von Milwaukee, der Geburtsstelle der legendären Harley-Davidson. Dieses Ereignis, welches unter Piloten und Freunden der allgemeinen Luftfahrt ebenso bekannt ist wie den Freunden des Bieres und der deutschen Gemüüüütlichkeit das Münchner Oktoberfest zieht in jedem Jahr unzählige Besucher aus aller Welt an. In dieser Zeit wird die Stadt  zum Schmelztiegel der Freunde der Luftfahrt. Darunter natürlich auch  viele Deutsche Luftfahrtbesessene.

Zu meinem 40.Geburtstag konnte  ich mir ,gemeinsam mit Holger, den Traum erfüllen, einmal im Leben bei diesem Megaereignis dabei zu sein.

Seit meinem 14.Lebensjahr bin ich der Fliegerei verfallen und natürlich heiß auf jede Airshow und jede Flugminute in einem Fluggerät doch bei der Dimension dieses Ereignisses wird auch dir der Atem stocken, hatten mir  meine Fliegerkameraden versprochen. Flugzeuge aller Größen und Baujahre so weit das Auge reicht. Ich bin mächtig gespannt!

Da mein Rucksack auf dem Flug von New York nach Chicago beim Zwischenstop in Pitsburgh versehentlich ausgeladen wurde und uns dieser Umstand einen schönen

Tag in Chicago bescherte ging es am späten Abend dann endlich auf den Highway 94Nord zum „Busiest Airport of the World“. Die drei Tage in New York und der Tag in Chigago hatten leichte Spuren hinterlassen. Wir waren einfach nur müde und wollten deshalb eines der zahlreichen Motels ansteuern. Fehlanzeige. Schon 100km vor Oshkosh waren keine Zimmer mehr zu bekommen und somit holten wir den Zeitverlust, durch den fehlgeleiteten Rucksack wieder ein , indem wir durchstarteten und ca. 2.30 Uhr auf dem Campingplatz in Oshkosh ankamen. Kein Problem der Check In hatte die ganze Nacht geöffnet und außerdem waren wir nicht die Einzigen, die zu so früher Stunde ihr Ziel erreichten. Also schnell das Zelt aufgebaut und ein paar Stunden Schlaf eingefangen.

 Viel wurde es nicht, da wir , für uns nachts nicht erkennbar, unser Zelt genau unter dem Punkt aufgebaut hatten, an dem die Ultra- light Piloten auf den Endanflug einkurvten. Zwar sind diese kleinen Flugzeuge nicht besonders laut, aber dafür waren es so viele, daß selbst die Vögel sicherheitshalber am Boden blieben. Na was solls, deswegen sind wir ja schließlich hergekommen und was gibt es schöneres als von Flugzeugmotoren geweckt zu werden!? Einen kurzen Moment durchzuckt mich der Gedanke, das es wohl auf dieser Welt keinen anderen Platz gäbe, an dem die Wahrscheinlichkeit von einem herabfallenden Flugzeug am Kopf getroffen zu werden, größer ist als dort wo unser Zelt steht. Aber gleich vorweg trotz der teilweise gewagten Flugmanöver auf der Show und des manchmal chaotisch anmutenden Verkehrs in der Platzrunde kam es zu keinerlei Zwischenfällen während des Events. Was natürlich der hohen Disziplin des Fliegervolkes und der Professionalität der Kontroller zu verdanken war.

Also raus aus dem Zelt , frisch gemacht und ab ins Getümmel. Normalerweise wollten wir uns erst einmal einen Überblick verschaffen, um dann gezielt  die uns interessierenden Dinge anzulaufen. Angesichts der Größe des Geländes und der Massen der Menschen  und Flugzeuge verschafften wir uns der Überblick anhand der Karte und gingen gleich zu den Warbirds. Schließlich hatten wir ja nur drei Tage und nicht Wochen Zeit um unseren Heißhunger auf“Airkost“ zu stillen und nirgendwo sonst kann man so viele alte flugfähige Kriegsflugzeuge bewundern, wie auf dieser Show.

Wenn in Deutschland  eine Mustang oder Stearman die Hauptattraktionen einer Airshow sind, so kann man hier gleich zwanzig oder mehr dieser Oldtimer auf einmal  bewundern. Hört man dazu den Sound der Motoren beim Start und sieht das tolle Bild der Formationen am Himmel über dem Flugplatz, dann stockt einem schon etwas der Atem. Man denkt, die drehen wohl einen Film. Pearl Harbour Teil II vielleicht??

Einen farbenfrohen Gruß liefert eine Beech T-34  Formation vor Beginn der täglichen Nachmittagsshow, welcher zur Erinnerung an alle Veteranen und Helden der Nation gedacht ist. Das Hereinschweben einer megagroßen Nationalflagge in die Arena eröffnet das Spektakel.

Ab dann sind die Motorengeräusche der Flugzeuge die Untermalung für riesige Flugformationen, bestehend aus alten und neueren Warbirds. Eine tolle Show, welche auf der Welt wohl einmalig sein dürfte. 

Typisch amerikanisch wird dann durch zwei B-17, welche natürlich nicht fehlen dürfen, unterstützt von Mustangs die Runway in ein Flammenmeer verwandelt. O.K. etwas weniger Klamauk hätte es auch getan aber das ist eben „the American way....“

Anschließend lassen Petty Wagstaff, Sean Tucker und Mike Goulian bei ihren atemberaubenden Kunstflugvorführungen das Blut in den Adern gerinnen

Für mich persönlich war der Formationskunstflug des AeroShell AerobaticTeams das absolute Highlight des Nachmittags. Mit ihren T-6 malten sie in höchster Perfektion saubere Bilder an den blauen Himmel über dem Ausstellungsgelände. Weil mich diese Vorstellung so beeindruckte freue ich mich besonders darüber, daß ich meinem Sohn ein Poster mit Autogrammen der 4 Piloten mitbringen konnte. Leider war nur Zeit für ein kurzes Gespräch mit den 4 Draufgängern! Das Poster hat selbstverständlich in Martin`s Zimmer einen Ehrenplatz bekommen. Hoffentlich sind sie auch bald einmal wieder in Deutschland zu bewundern!

Ein  Höhepunkt vieler AIRSHOWS in der Welt ist Delmar Benjamin`s Show mit seiner Gee Bee. Ein nettes Gespräch mit ihm am darauffolgenden Tag brachten mir neue Erkenntnisse über sein Flugzeug und ein gemeinsames Foto vor seinem Flitzer. Schön, daß man die Stars in Oshkosh nicht nur aus großer Entfernung bewundern kann, sondern auch mal Zeit und Gelegenheit für kurze Gespräche bleibt.   

 

Die Anfänge der Luftfahrt werden lebendig durch unzählige historische Fluggeräte und einmalige Exemplare der Luftfahrtgeschichte die allesamt einen kleinen Teil der wundervollen Geschichte verkörpern die uns Menschen dazu befähigten sich den Himmel mit den Vögeln zu teilen. Auf dem Ausstellungsgelände sind viele davon zum Greifen nahe.

Eine echte Augenweide ist die Boeing S-307 Stratoliner. Dieser  wunderschöne „Vogel“ war tatsächlich vom Aussterben bedroht. Zum Glück haben sich etliche Freiwillige daran gemacht und diesen ersten Airliner mit Druckkabine, in voller Schönheit, wieder zum Leben  erweckt. Nur 10 dieser Maschinen, die aus dem legendären B-17 hervorgegangen sind, wurden in den Jahren 1938 und 1939 gebaut. Erst am 23.Juni diesen Jahres konnten die Arbeiten beendet werden. Das Airventure in Oshkosh war somit der erste öffentliche Auftritt dieses einmaligen Exemplars nach seiner Restaurierung. Da sich bei Boeing noch die originalen Bauzeichnungen befanden, konnten fehlende Teile neu angefertigt werden. Auch die Innenausstattung wurde Detailgetreu wieder in den Originalzustand gebracht. Der Platz des Funkers ist ausgestattet mit originalen noch funktionsfähigen Funkstationen. Gleiches trifft auf alle anderen Geräte zu. Wenn das neue Air and Space Museum auf dem Washingtoner Dulles Airport im Jahre 2003 fertiggestellt ist, wird dieses Flugzeug dort im static display seine endgültige Altersparkposition erreichen. Wir durften dieses Flugzeug im Flug bewundern und schon allein deshalb hätte sich die Reise gelohnt.

Wer erwartet, daß er militärische Kampfjets beim Manöverkunstflug bewundern kann wird allerdings enttäuscht sein. Dafür ist Oshkosh nicht der richtige Platz! Obwohl der Überflug von 2 B-1 Bombern und die Flugvorführung der C-17 Globemaster schon ein donnerndes und bis ins Mark spürbares Ereignis ist. 85 Tonnen können vom  C-17 an jeden Ort der Welt verbracht werden. Der dafür erforderliche Auftrieb ist auch aus gebührender Entfernung noch deutlich zu verspüren.

Alt und Jung versammeln sich in jedem Jahr bei dieser Show. Auch diesmal wieder ist Ralph Charles selbst zum Airventure geflogen. Mit seinen 102 Jahren ist er wohl der älteste aktive Pilot der Welt. Auch viele kleine Nachwuchspiloten lassen es sich auf den Schultern des Pappis oder im kleinen Minitretflugzeugen gut gehen.

Ein kleines Dorf bestehend aus Flugzeugen und Zelten ist während des Airventures zur Heimat von tausenden Besuchern geworden. Mal ehrlich hier und auf dem angrenzenden Campingplatz findet das eigentliche  Ereignis statt. Nur hier ist man wirklich mittendrin und wer sich für das natürlich bequemere Hotelzimmer entscheidet hat garantiert etwas verpaßt.

Beim Grillen mit dem Zeltnachbarn oder im Megawohnwagen des netten Texaners ist beim Budweiser schnell geklärt, was uns Flieger verbindet. Dort bekommt man von den alten erfahrenen Oshkoshteilnehmern natürlich auch noch die richtigen Tips mit auf den Weg. So erfahren wir, das wir unbedingt einen Abstecher zum Wasserflugzeugpark machen sollen. Ein Tip der sich als sehr lohnend herausstellt. Wird doch dieser Abstecher unter Insidern als eines der best gehütetsten Geheimnisse des Airventures gehandelt. Nur wenige Kilometer vom Wahnsinn entfernt befindet sich ein Kleinod wo erschöpfte Oshkoshbesucher ihre Akkus wieder aufladen können. Auch wir nehmen hier eine Auszeit bevor wir uns wieder ins Getümmel stürzen. Viele Schatten spendende Bäume, eine frische Briese vom See und ein kleiner Strand machen unseren Aufenthalt zu einem Erlebnis besonderer Art. Fernab vom Gewusel und doch mittendrin im Airventure.  Leider wird aus unserem geplanten Flug mit einem Wasserflugzeug auf Grund des hohen Wellengangs nichts. Aber man muß sich ja nicht immer gleich alle Träume erfüllen!

Leider sind die 3 Tage auf dem Airventure viel zu schnell vorbei. Nach einem erholsamen Tag  in einem State Park am Lake Michigan fahren wir zurück nach Chicago. Als letztes Highlight erwartet uns dort der Abflug vom größten Flughafen der Welt. Chicago O`hare. Ein guter Abschluß für diese Reise!

Unser 10 Tage Trip nach Amerika hatte sich wirklich gelohnt! Trotz einiger kleiner Schwierigkeiten, ohne die man ja sonst viel weniger erzählen könnte. Was letztlich bleibt, sind Erlebnisse und Eindrücke, die für uns einmalig sind und an die wir auch in einigen Jahren noch mit Freude zurückdenken. Wir waren mittendrin in unserem Traum und haben mehr mit zurückgebracht als einfach nur den Spruch: „ Been there,. .......

Natürlich habe ich auch ein T-Shirt gekauft und für meine Sohn eines mitgebracht. Es gehört jetzt zu seinen Lieblingsshirts und sicherlich träumt er auch davon einmal in seinem Leben Oshkosh zu besuchen. Vielleicht reisen wir je zusammen dahin, denn  Oshkosh ist bestimmt nicht nur eine Reise wert.

 

(Fotos zum Artikel können selbstverständlich nachgereicht werden.Bei eventuellen Fragen stehe ich ihnen jederzeit unter folgenden Rufnummern zur Verfügung:0514146996 od.01704619344.Sollten sie kein Interesse haben, bitte ich um schnellstmögliche Benachrichtigung! Mit freundlichen Grüßen Frank Schröter Schweriner.Str.23 Celle 29225 od. heli.man@t-online.de)

 

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